Profil des Instituts für Philosophie I

Das Institut trägt in Forschung und Lehre der systematischen Vielfalt der Philosophie in enger Verbindung von historischer und systematischer Reflexion Rechnung. Es fördert relevante aktuelle Entwicklungen der Philosophie und tritt einseitigen Ausrichtungen des Faches in Forschung und Lehre entgegen. In der Lehre tragen alle Arbeitsbereiche des Instituts zu den gemeinsamen Studiengängen der Lehreinheit Philosophie bei. Zudem entwickelt das Institut auf der Basis einer starken grundständigen Philosophieausbildung spezifische eigene Lehrangebote, die eng mit der Forschung verknüpft sind. Der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wird große Bedeutung beigemessen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer exzellenten Lehramtsausbildung.

Auf der Grundlage seiner starken philosophischen Fachidentität ist das Institut offen für inter- und transdisziplinäre Forschungsvorhaben innerhalb wie auch außerhalb der Universität. Es versteht sich als Ansprechpartner für philosophische Grundlagenfragen und Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie der Medizin. In Forschung und Lehre zielt es in allen seinen Bereichen auf starke nationale und internationale Zusammenarbeit und Präsenz.

Das Forschungs- und Lehrspektrum der Professorinnen und Professoren und der weiteren Mitglieder des Instituts bildet dieses Profil in den folgenden Bereichen in vielfältiger Form ab:

  • In der Geschichte der Philosophie ist über alle Arbeitsbereiche hinweg die ganze neuzeitliche und moderne Philosophie bis zur Gegenwart präsent. Einen Schwerpunkt bildet die Professur für Klassische Deutsche Philosophie mit dem zugeordneten und mit einer Fachbibliothek ausgestatteten Forschungszentrum für Klassische Deutsche Philosophie / Hegel-Archiv.

Das weltweit vernetzte und laufend von internationalen GastwissenschaftlerInnen besuchte Forschungszentrum vergibt Stipendien, organisiert Konferenzen und Gastvorträge, arbeitet an hochrangigen Editionsprojekten u.a. im Akademienprogramm und gibt die „Hegel-Studien“ heraus. Alle Aktivitäten verfolgen das systematische Ziel, die gegenwartsrelevanten Potentiale der Klassischen Deutschen Philosophie in der Verbindung von theoretischer Grundlagenreflexion und lebensweltlich-praktischer Orientierung sichtbar zu machen.

  • In der Theoretischen Philosophie ist das Institut in den Bereichen Erkenntnistheorie, Logik, Metaphysik, Philosophie der Logik, Sprachphilosophie sowie Wissenschaftstheorie und -geschichte stark aufgestellt und mit der Philosophiegeschichte sowie - insbes. über die Ethik der digitalen Methoden und Techniken - auch mit der Praktischen Philosophie vernetzt.

Die philosophische Logik stellt einen Forschungsschwerpunkt des Instituts dar, der durch drei Professuren für Logik und Erkenntnistheorie, Nicht-klassische Logik und Metaphysik und Philosophie der Logik vertreten wird. Zentrale Forschungsthemen liegen im Bereich der Modallogik, der parakonsistenten Logik, der mehrwertigen Logik, aber auch der freien Logik. Es existieren zahlreiche internationale Kooperationen, u.a. mit ehemaligen Humboldt Fellows und Preisträgern. Außerdem finden regelmäßig internationale Workshops und Konferenzen in Bochum statt, siehe rub.de/philosophy/logic-in-bochum.

Die Wissenschaftstheorie und -geschichte wird durch den Lehrstuhl Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte und die Juniorprofessur Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte vertreten. International orientiert, konzentriert sich der Bereich in Forschung und Lehre auf die Theorie und Geschichte der Mathematik und Naturwissenschaften, auch in Verbindung zur philosophischen Anthropologie, auf die Allgemeine Wissenschaftstheorie und auf die Geschichte der Wissenschaftstheorie. Der Bereich organisiert den vom Institut federführend geleiteten interdisziplinären MA-Studiengang „History, Philosophy and Culture of Science“ (HPS+). Er ist auch editorisch und redaktionell für das „Journal for General Philosophy of Science“ verantwortlich.

  • Der Schwerpunkt Praktische Philosophie wird von sechs international und national stark vernetzten Professuren vertreten: Ethik und Ästhetik, Politische Philosophie und Rechtsphilosophie, Philosophiedidaktik und Praktische Philosophie, Angewandte Ethik, Ethik und Philosophie der Emotionen und Ethik der digitalen Methoden und Techniken.

Einen Schwerpunkt der Forschung bilden zentrale Herausforderungen der Gegenwart wie Weltarmut und Migration, Digitalisierung, Klimawandel und Energiewende. Zudem werden in sowohl historischer als auch systematischer Perspektive Grundlagenfragen, Grundbegriffe und Theorien der Ethik und der politischen Philosophie, moralische und ethische Lebensformen sowie Methodenfragen der Angewandten Ethik untersucht. In einem DFG-Heisenbergprojekt wird die Frage bearbeitet „Wie gelingt menschliches Leben in der Zeit?“. Im internationalen und interdisziplinären Masterstudiengang „Ethics – Economics, Law, and Politics“, der seit dem Wintersemester 2012/13 angeboten wird, geht es darum, die analytisch-deskriptive Bearbeitung wichtiger aktueller Problemfelder mit moralisch-normativer Reflexion zu verbinden.

  • Forschungsschwerpunkt im Bereich der Philosophiedidaktik ist die erfahrungswissenschaftliche und methodologische Konzeption einer qualitativen Erforschung des Philosophieunterrichts in Verbindung mit philosophischen Grundlagenfragen, insbesondere mit den normativen Fragen der praktischen Philosophie. Ein wichtiges Anliegen ist zudem die Internationalisierung der philosophiedidaktischen und bildungsphilosophischen Diskussion – zweimal jährlich erscheint das internationale „Journal of Didactics of Philosophy“.