Drittmittelprojekte

Drittmittelgefördert werden verschiedene Editionen und Reihen, die von Mitgliedern des Instituts herausgeben werden, sowie auch eine Reihe längerfristiger Internationaler Kooperationen, die das Institut unterhält. Die folgende Aufstellung umfasst weitere drittmittelgeförderte Forschungsprojekte, die dort nur zum Teil verzeichnet sind.

Übersicht


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Inhalt:

Ausgabe der ausgewählten Werke von Wilhelm Dilthey in russischer Sprache
Dr. Nikolaj Plotnikov
Fritz Thyssen Stiftung
Das Projekt, das in Kooperation mit der Dilthey-Forschungsstelle am Institut für Philosophie I der Ruhr-Universität sowie einem Übersetzer-Team aus Moskau durchgeführt wird, beinhaltet die Edition einer sechsbändigen Werkauswahl Diltheys in russischer Sprache.
Bisher erschienene Bände:

  • Dil’tej, Vil’gel’m: Sobranie sochinenij v schesti tomach. Pod obschej redakciej N. Plotnikova [Dilthey, Wilhelm: Ausgewählte Werke in sechs Bänden. Herausgegeben N. Plotnikov]. Moskva: Tri quadrata 2000f.
  • Tom 1. Vvedenie v nauki o duche. Perevod s nemeckogo pod redakciej V. S. Malachova [Band 1: Einleitung in die Geisteswissenschaften. Herausgegeben von V. S. Malachov]. 2000, 762 S.
  • Tom 4. Germenevtika i teorija literatury. Perevod s nemeckogo pod redakciej V. V. Bibichina i N. S. Plotnikova [Band 4: Hermeneutik und Literaturtheorie. Herausgegeben von V. V. Bibichin und N. S. Plotnikov]. 2001, 531 S.
  • Tom 3. Postrojenie istoricheskogo mira v naukach o duche. Perevod s nemeckogo pod redakcijej V. A. Kurennogo [Band 3: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften. Herausgegeben von V. A. Kurennoj]. Moskva: Tri quadrata 2004, 488 S.


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Inhalt:

The Reception of Isaac Newton in Europe
Prof. Dr. Helmut Pulte
DFG, Fritz Thyssen Stiftung
Isaac Newton (1642 resp. 1643 – 1727) is rightly regarded as one of the greatest scientists and mathematicians of all times. His contributions to the development of the calculus, the foundations of rational mechanics and gravitational theory and his discoveries in optics are landmarks in the history of modern science. Beyond his scientific achievements, his reflections on scientific method and the basic concepts of natural philosophy had an enormous impact on the philosophy of science. It nearly goes without saying that Newton’s thinking became an integral part of the enlightenment and of the modern history of ideas in general.
The international project „The Reception of Isaac Newton in Europe“ is part of the series „Reception of British Authors in Europe“ (Series Editor: Elinor Shaffer, Institute of Germanic Studies, School of Advanced Study, University of London). The series includes literary and political figures, as well as philosophers, historians and scientists. Each volume examines the ways in which selected authors have been translated, published, distributed, read, reviewed and discussed in Europe. In doing so it throws light not only on the specific strands of intellectual and cultural history but also on the processes involved in the dissemination of ideas and of texts.
More than 40 authors from all over Europe, the United states and Canada will be involved in the project. It will cover up the reception of Newton’s whole work, i. e. his mathematics, physics, philosophy and religious thinking, and it will take into account the different receptions in different European contexts: The editorial plan considers about 10 articles for different countries and regions, more than 20 articles for the different research areas and themata and about 15 articles for Newton’s impact on outstanding scientists and philosophers (as, for example, I. Kant, G. W. Hegel or A. Einstein).


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Thema:

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Inhalt:

Gedankenexperiment, Metapher, Modell: Analogische Formen von Erkenntnis und Darstellung in Philosophie und Wissenschaften ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Prof. Dr. Helmut Pulte
DFG
Das Projekt untersucht, ausgehend von der neueren wissenschaftstheoretischen Diskussion, das Eindringen, die Bedeutungszunahme und die Selbstthematisierung analogischer Erkenntnis- und Darstellungsformen in ‚wissenschaftsbestimmenden’ Disziplinen des späteren 19. und frühen 20. Jahrhunderts (Physik und Mathematik) und deren Wirkung auf den Wissenschafts- und Wahrheitsbegriff in diesen Wissenschaften wie auch in der Wissenschaftstheorie der Zeit. Hauptziel ist es, den Beitrag dieser Formen zu einer ‚Modernisierung’ des Wissenschaftsbegriffs zu analysieren. Insofern es dabei mit der Ausweitung der ‚logisch-propositionalen’ Perspektive auf Wissenschaft einen spezifischen Zug moderner Wissenschaft herausarbeitet, leistet das Projekt auch einen Beitrag zum Verständnis einer wissenschaftlichen Weltsicht, in der Wissenschaft als eine spezifische ‚Weise der Weltererzeugung’ (N. Goodman) neben anderen begegnet.


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Inhalt:

Otto Friedrich Bollnow: Schriften. Studienausgabe in 12 Bänden
Prof. Dr. Frithjof Rodi
Robert Bosch Stiftung
www.rub.de/philosophy/dilthey/bollnow_schriften.html.de
Die Studienausgabe der Schriften von Otto Friedrich Bollnow (1903-1991)wird herausgegeben von Gudrun Kühne-Bertram, Hans-Ulrich Lessing und Frithjof Rodi zusammen mit Ursula Boelhauve (RWTH Aachen). Sie will die systematischen Hauptwerke des Philosophen und Pädagogen, die zum Teil seit Jahren vergriffen sind, einer neuen Lesergeneration wieder zugänglich machen. Die Schriften sind nicht nach der Chronologie ihrer Entstehung, sondern nach Sachgruppen geordnet. Sie erscheinen in Auswahl in der jeweils letzten, vom Autor selbst besorgten Fassung. Die Schriften werden für die Edition in der Studienausgabe formal überarbeitet, Anmerkungen werden vereinheitlicht und Druckfehler stillschweigend korrigiert. Bislang sind 6 Bände erschienen.


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Thema:

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Inhalt:

Was ist und was kann ein Gen nicht? Negativbestimmung des ontologischen Status des Gens als Grundlage einer nicht-essentialistischen Biologie
Dr. Kirsten Schmidt
DFG
Seit der Etablierung des molekularen Genbegriffs ab Mitte des 20. Jh. werden „die Gene“ häufig zu Unrecht als die Essenz eines Lebewesens, als Grund seines spezifischen Wesens angesehen. Die moderne Genetik kann jedoch, wie die aktuelle Krise des molekularen Genkonzeptes zeigt, nur nicht-essentialistisch verstanden werden. Eine angemessene Berücksichtigung dieser Tatsache ist von biophilosophischer Seite bisher vernachlässigt worden. Ziel des geplanten Forschungsvorhabens ist es daher, die argumentative und begriffliche Grundlage für eine explizit nicht-essentialistische Biophilosophie zu liefern. Dazu werden zunächst die negativen Folgen genessentialistischer Vorstellungen am Beispiel der Bewertung von Mensch-Tier-Chimären verdeutlicht. Mögliche Gründe für das Festhalten am Genessentialismus sollen in einem weiteren Schritt anhand der Analyse der Gensprache aufgespürt werden. Kern der Untersuchung ist die negative Bestimmung des ontologischen Status des Gens: Was sind Gene nicht und was können sie nicht? Das Projekt soll einen biophilosophischen Beitrag zur Klärung des Genkonzeptes und der Rolle genetischer Faktoren für die Individualentwicklung leisten und zugleich Missverständnisse ausräumen, die zu einer verzerrten Wahrnehmung der Biologie führen können.


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Inhalt:

Edition des Briefwechsels Wilhelm Diltheys 1852-1911. 3 Bde.
Prof. Dr. Gunter Scholtz
DFG
www.rub.de/philosophy/dilthey/gesammelte_schriften.html.de
Ziel des seit Dezember 2006 laufenden Projektes ist es, den Briefwechsel Wilhelm Diltheys (1833-1911) aus den Jahren 1852-1911 zu edieren (Herausgeber: Gudrun Kühne-Bertram und Hans-Ulrich Lessing). Die Ausgabe ist chronologisch angelegt. Die Briefe werden kommentiert. Die Briefbände geben nicht den gesamten umfangreichen Briefwechsel Diltheys wieder, sondern präsentieren eine Auswahl von Briefen an und von Dilthey. Bei der Mehrzahl der Briefe handelt es sich um Handschriften aus den Nachlässen Diltheys, die im Literaturarchiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin und in der Handschriftenabteilung der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen hinterlegt sind, und denen seiner Briefpartner, die bundes- und europaweit in Archiven deponiert sind. Ergänzt wird die Sammlung durch bereits veröffentlichte Briefe, welche gemäß den handschriftlichen Originalen wiedergegeben werden, soweit diese auffindbar sind. Geplant sind 3 Bände. Der 1. Band, der den Zeitraum 1852-1882 umfasst, ist im Mai 2011 erschienen.


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fdebm

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Projektleiter:
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Inhalt:

FDE-basierte Modallogiken
Prof. Dr. Heinrich Wansing (in Kooperation mit Prof. Sergei Odintsov, Novosibirsk)
DFG
Das Projekt zielt auf die Entwicklung und Untersuchung gewisser nicht-klassischer Logiken, die sich von der klassischen Logik in wichtigen Eigenschaften unterscheiden. Das Studium nicht-klassischer Logiken ist motiviert durch Anforderungen aus Bereichen wie den Grundlagen der Mathematik, der KI, der Semantik natürlicher Sprachen und der Vermeidung von Paradoxien aus der philosophischen Logik. Intendiert ist die Untersuchung modaler Erweiterungen der first-degree entailment Logik, FDE, einem grundlegenden formalen System, das auch als Belnap-Dunn Logik bekannt ist. Das System FDE ist eine sehr prominente nicht-klassische Logik. Es ist ein mehrwertiges parakonsistentes System der Relevanzlogik, das zahlreiche Anwendungen besitzt, z.B. in der Informatik. Erweiterungen von FDE um Modaloperatoren sind von besonderem Interesse, da diese Operatoren verschiedene Lesarten haben wie "es ist notwendig, dass", "es ist möglich, dass", "es wird gewusst, dass", "es ist geboten, dass" etc. Die FDE-Aussagenlogik ist durch vierwertige Wahrheitstabellen charakterisiert, deren Werte am besten zu verstehen sind als Angaben zu Information, die von verschiedenen Quellen hinsichtlich des semantischen Status atomarer Aussagen gegeben werden kann: von einer Aussage kann gesagt werden, sie sei wahr, es kann sein, dass nur gesagt wird, sie sei falsch, sie kann als weder falsch noch wahr behauptet werden, oder es kann sowohl gesagt werden, sie sei wahr, als auch gesagt werden, sie sei falsch. Verschiedene modale und nicht-modale Erweiterungen von FDE sind präsentiert und untersucht worden. Eine besonders wichtige Erweiterung ist die Logik logischer Bi-Verbände von O. Ariel und A. Avron. Der Ausgangspunkt dieses Projektes ist die Modallogik BK. Sie ist sowohl eine Erweiterung der kleinsten normalen Modallogik K, als auch eine Erweiterung von FDE. Andere modale Erweiterungen von FDE sind ebenfalls untersucht worden, u.a. ein System, das BN4 genannt wird, sowie die modale Bi-Verbandslogik von A. Jung und U. Rivieccio. Letzteres System ist insofern in einem radikaleren Sinne mehrwertig, als dass auch die Zugänglichkeitsrelation zwischen Informationszuständen vierwertig ist. Die formalen Beziehungen zwischen den maßgeblichen Systemen BK, BN4 und MBL sind jüngst von S.P. Odintsov und H. Wansing untersucht und weitgehend geklärt worden. Es zeigte sich, dass der Begriff der definitorischen Äquivalenz für den Vergleich dieser Logiken eine zentrale Rolle spielt und aufgrund des Fehlens einer als Selbst-Extensionalität bezeichneten Eigenschaft modifiziert werden muss. Dies wirft eine Reihe philosophischer und mathematischer Fragen auf, die von zwei Forscherteams in Bochum und Novosibirsk in enger Kooperation untersucht werden sollen. Die Ziele des Projekts beinhalten die Entwicklung neuer Beweissysteme für die genannten Logiken sowie beweistheoretische und algebraische Studien von Systemen im Umfeld von BK, BN4 und MBK, einschließlich so genannter nicht-normaler Modallogiken.


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Doxastische Akteurschaft und epistemische Verantwortlichkeit
Prof. Dr. Heinrich Wansing
DFG
Das Projekt untersucht einige wichtige Begriffe der Erkenntnistheorie, nämlich "doxastische Akteurschaft" und "epistemische Verantwortung." Epistemische Subjekte, die Überzeugungen haben und Wissen besitzen, werden nicht nur als Subjekte mit bestimmten mentalen Einstellungen zu Propositionen angesehen, sondern als Akteure, die in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen. Dieses Thema ist heute von zentraler Bedeutung in der Philosophie: einerseits wird in der gegenwärtigen Theoretischen Philosophie die Verbindung zwischen der praktischen Dimension von Verantwortung und der von Handlung und Wissen eingehend untersucht; andererseits hat die gegenwärtige Erkenntnistheorie eine Reihe von Begriffen und Theorien entwickelt, die diese Konzepte behandeln. Das Projekt hat zum Ziel, die in der epistemologischen Debatte angenommenen Grundkonzepte mit einem formalen Instrumentarium zu verbinden, um eine präzise Definition solcher Konzepte und das rigorose Überprüfen gültiger Prinzipien und verifizierbarer Behauptungen zu ermöglichen. Das Projekt behandelt die epistemische Verantwortung von Akteuren aus der Perspektive der philosophischen Logik. Insbesondere zielt das Projekt darauf ab, neue Einsichten zu drei Hauptthemen zu liefern: (i): die wesentliche Unterscheidung zwischen einer passiven Aufnahme von Updates und einer aktiven Suche nach Information; (ii) der Zusammenhang zwischen der Idee, dass wir unsere Überzeugungen auf andere Weise hätten formen können, und der Beurteilung unseres Verhaltens; (iii) die kognitive Arbeitsteilung in Fällen von testimonialer Überzeugung. Während die verwendeten Methoden des Projektes formal sind, stellen die behandelten Probleme Schlüsselprobleme der Theoretischen Philosophie dar, die mit zentralen Themen der Erkenntnistheorie zusammenhängen. Die betrachteten Formen doxastischer Akteurschaft leisten einen Beitrag zu unserer Praxis der Überzeugungsbildung und schreiben uns eine aktive Rolle in diesem Unterfangen zu. Doxastische Akteurschaft kann sich als zuverlässig oder unzuverlässig erweisen, und in beiden Fällen (aber dringender im zweiten Fall) erweist sich die Möglichkeit alternativer Überzeugungsbildung als wesentlich für die epistemische Leistung eines Akteurs. Insbesondere scheint eine derartige Möglichkeit entscheidend zu sein, um die epistemische Verantwortlichkeit des Akteurs zu beurteilen. Das Projekt untersucht den Begriff einer verlässlichen Überzeugungsbildung, der formal modelliert wird. Durch die Modellierung doxastischer Akteurschaft mit Mitteln der modalen Handlungslogik und der modalen epistemischen Logik zielt das Projekt ab auf eine neue, begrifflich untermauerte, detaillierte formale Darstellung epistemischer Verantwortlichkeit, die wesentlich Bezug nimmt auf die Ausübung doxastischer Kontrolle.


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Generalized truth values, ordering relations defined on them and the resulting lattice structures that give rise to various non-classical logics
Prof. Dr. Heinrich Wansing (in Kooperation mit Prof. Yaroslav Shramko, Krywyj Rih)
DFG
Logic, the theory of valid inferences, has often been described as the science of truth values. From the classical viewpoint, there are exactly two truth values, truth and falsity, and every statement is either true or false and not both. However, there are many philosophically important ways of generalizing the classical conception of truth values. In the literature one can find, for instance, conceptions of constructive versus non-constructive truth and falsity. The information human and artificial agents are confronted with is often incomplete and sometimes inconsistent, suggesting that statements may also be evaluated as neither true nor false or both true and false. Truth and falsity may receive other philosophically relevant qualifications: necessary truth, possible falsity, truth henceforth, commonly known truth, etc. Classical and non-classical truth values may be combined to obtain new, structured truth values. The idea of generalized, possibly structured truth values suggests ordering relations on these values. The values may be compared with respect to their degree of constructiveness, necessity, amount of information they give, etc. As a result, one obtains lattice structures of generalized truth values. Natural algebraic operations on these lattices correspond to logical operations, and the ordering relations give rise to entailment relations.